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Februar 12,2021
Rückschau und Ausblick 2021

Rückschau und Ausblick auf Kooperationen und Veranstaltungen rund um das SNS

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe SNS-Nutzerinnen und Nutzer,

im Rückblick auf das Jahr 2020, aber auch schon im Vorausblick auf das nächste Jahr wollen wir nochmal Kontakt aufnehmen. Umso wertvoller waren alle virtuellen und realen Kontakte, die wir hatten, in der Zusammenarbeit mit dem SNS, im fachlichen und kollegialen Austausch, in den Intervisionen und Fallkonferenzen, bei den virtuellen internationalen Konferenzen, die in diesem Jahr die Summer School ersetzt haben, und in den SNS-Kursen, die wir weitgehend real und live durchführen konnten. Alles waren sehr wertvolle und interessante Begegnungen und Veranstaltungen auf hohem Niveau, menschlich wie fachlich, praktisch wie wissenschaftlich. Allen die dabei waren, die diskutiert und referiert haben und die uns unterstützt haben, sei herzlicher Dank ausgesprochen und die Freude über die oft schon langjährige Verbundenheit.

Die letzte Veranstaltung war der Intervisions- und Erfahrungsaustauschtag am 3. Dezember, an dem erfreulich viele Kolleginnen und Kollegen mit und ohne SNS-Erfahrung teilgenommen haben. Viele interessante Fragen zu praktischen Anwendungen wurden diskutiert (z.B. Oksana Blotny, Rottal-Inn-Klinik Simbach, zu Gruppentherapie und übergreifender ambulant-stationärer Therapie), technische Entwicklungen des SNS sowie ein Buchprojekt zur idiographischen Systemmodellierung (Bettina Siebert-Blaesing) vorgestellt, zwei Forschungsprojekte präsentiert (Christoph Huy zur Lernbegleitung von Schülern und Sontje Nordholt zur qualitativen Textanalyse von SNS-basierten Therapietagebüchern) und vor allem spannende Fälle besprochen, von Rieke Oelkers-Ax und Verena Zok (Mutter-Kind-Therapie), Hannes Goditsch (stationäre Therapie), Lucia Mayer-Ehstand und Yvonne Hülsner (ambulante Therapie), Harald Burgauner (Männerberatung), Markus Keller und Thilo Mielenz (Jugendhilfe und Kooperation mit Jugendämtern). Danke für’s Dabeisein, für’s Mitdiskutieren und für die Beiträge.

Gerne schauen wir auf die SNS-Kurse in Bielefeld und im Süden zurück. Während in Bielefeld (Zentrum Ausbildung Psychotherapie, Kursleitung Yvonne Hülsner und Günter Schiepek) alle Kurstermine real stattfinden konnten, haben wir im Süden (PMU-Kurs, Leitung Günter Schiepek und Helmut Schöller) zwischen virtuell, real und hybrid gewechselt. Trotz der ungewöhnlichen Situation waren beide ein Highlight des Jahres und eine wunderbare Erfahrung.

Einige Statements von Teilnehmern/-innen:

  • „Vielen Dank für den tollen Kurs, der trotz Pandemie als Hybridlösung stattfinden konnte! Die komplexen Inhalte wurden wirklich verständlich und anwendungsorientiert vermittelt. Mit dem synergetischen Prozessmanagement habe ich die optimale Ergänzung zu meinem Psychologiestudium gefunden.“ (Viktoria Keller, Masterstudentin Psychologie, LMU München).
  • „Der SNS-Kurs war der erste Kurs, den ich mehr aus intrinsischer Motivation heraus besucht habe, als auch extrinsischer. Ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil: die darin erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten kann ich nicht nur in meinem Job wunderbar einsetzen, sondern auch in meinem Privatleben.“ (MSc Julia Heuritsch, Astrophysikerin und Organisationsberaterin).
  • „Der SNS-Kurs 2020 war für mich eine gelungene Mischung aus einer fundierten theoretischen Einführung in die Synergetik und deren Anwendung im SNS. Es war beeindruckend zu sehen, wie dabei Prozessgeschehen und insbesondere Phasenübergänge und deren Vorbereitung veranschaulicht werden können. Dadurch entsteht eine neue Perspektive auf therapeutische Prozesse. Für mich persönlich bildet der Kurs die Grundlage meiner Arbeit mit dem SNS an der Psychotherapiestation in der Christian Doppler Klinik Salzburg.“ (Dr. Andreas Oberascher, Psychiater und Psychotherapeut).

Die 12. Summer School in Seeon konnte nicht real stattfinden, aber die Serie virtueller Konferenzen zu unterschiedlichen Themen (z.B. Idiographik – Nomothetik, neue Entwicklungen in der psychotherapeutischen Fallkonzeption, Gehirn und Selbstorganisation, Phasenübergänge, Organisationsentwicklungen, Prozessforschung) war exzellent und auf sehr hohem wissenschaftliche Niveau. Danke allen, die mitgewirkt haben und dabei waren! Kooperationspartner waren dabei die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste, die Society for Psychotherapy Research, die LMU München und die Dt. Gesellschaft für Systemische Therapie und Beratung.

Das Jahr 2020 war für uns auch in vielfacher Hinsicht innovativ und produktiv. An unserem Institut für Synergetik und Psychotherapieforschung wurde ein neues Graphik-Tool für idiographische Systemmodellierung entwickelt, das 2021 zur Verfügung gestellt werden soll und auch ins SNS integriert wird. Auch die Datenbank für große Fallzahlen (Prozess-Outcome-Daten) wurde fast fertig gestellt (Zusammenarbeit mit Helmut Schöller). Ein neuer Algorithmus zur Identifikation von Phasenübergängen wurde entwickelt, erprobt und optimiert, der uns ein präziseres Verständnis von Prozessmustern, Typen von Musterwechseln und von entsprechenden Frühwarnindikatoren erlaubt (Zusammenarbeit mit Kathrin Viol). Auch dieser „Phase Transition Detection Algorithm“ soll seinen Platz im SNS finden. Beiden, Kathrin Viol und Helmut Schöller, möchte ich an dieser Stelle für ihre hervorragende Arbeit danken.

Weiterentwicklungen im SNS betreffen z.B. Rohdaten- und Komplexitäts-Resonanzdiagramme, in die mehrere Personen einbezogen werden können, die Möglichkeit, Bilder zu oder statt der Itemtexte in Fragebögen zu verwenden, die Möglichkeit, konkrete Itemwerte hinter den Subskalen der Outcome-Fragebögen zu sehen, eine optimierte Print-Funktion, und mehrere weitere Funktionalitäten. Dies verdanken wir der exzellenten Arbeit des Entwicklerteams um Marcello Souza (Center for Complex Systems, Standort Brasilien).

Neue Anwendungsfelder konnten erschlossen werden oder stehen am Start, z.B. klinisch-psychologische Institutsambulanzen, vermehrt die ambulante Psychotherapie, Setting-übergreifende Anwendungen (ambulante und stationäre Therapie), und nun auch der Leistungssport.
Was die Fachgruppen der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie angeht betrifft, so hatten wir in diesem Jahr eine Fusion der Fachgruppen „Prozessmonitoring, -feedback und Evaluation“ und „Systemische Neurowissenschaft“ zur FG „Komplexität in Systemen – Synergetik, Neurowissenschaften und systemische Praxis“ (Sprecher: Rieke Oelkers-Ax, Günter Schiepek und Rainer Schwing).

Wir wollen uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns auch im Jahr 2020 die Treue gehalten haben, auch bei Auftreten technischer Hindernisse, bei allen, die uns motiviert haben durch interessante und spannende Anwendungen, bei allen, die neu zu unserer Community gestoßen sind, und bei allen, die sich für unsere Arbeit interessiert haben. Besonders erwähnt seien das Entwicklerteam um Marcello Souza, der von Benjamin Aas seit Jahren geleistete wertvolle Support, die IT-Experten verschiedener Kliniken (exemplarisch seien Natalia Toumbas und Christoph Fürstaller von den Salzburger Landeskliniken genannt), natürlich unsere Mitarbeiter am Institut für Synergetik und Psychotherapieforschung der PMU (Kathrin Viol und Helmut Schöller), sowie unsere neuen Mitarbeiter Andreas Oberascher und Clemens Fartacek. Nicht zuletzt ein herzlicher Dank an Prof. Wolfgang Aichhorn, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der PMU Salzburg, der für unser Forschungsinstitut die notwendige wertvolle Infrastruktur und wichtige Ressourcen zur Verfügung stellt.

Blick voraus und save the dates:

Am 26. Februar 2021 wird es einen Fachgruppentag zum Thema „Gamssprung oder Bergwandern – wie funktioniert Veränderung in Systemen?“ geben.
Anmeldung: Rieke.oelkers-ax@fatz-neckargemuende.de

Am 20. April 2021 ist der nächste Intervisions- und Erfahrungsaustausch-Tag zur Arbeit mit dem SNS geplant. Wir bitten in gewohnter Weise um Anmeldung bei Rieke Oelkers-Ax: Rieke.oelkers-ax@fatz-neckargemuende.de

Der SNS-Kurs der PMU (wohl wieder mit virtuellem Start und Terminen in Salzburg und in Seebruck) wird nicht im Februar, sondern im März starten, wobei der erste Termin in den Oktober nach hinten verlegt wird (siehe Anhang). Bitte die Ausschreibung in Eurem / Ihrem Umfeld weiterreichen.

Die Summer School ist fast fertig geplant. Noch sind wir hoffnungsfroh und rechnen mit einem realen Event im Bildungszentrum Kloster Seeon. Termin ist 31. Mai (Montag) bis 2. Juni (Mittwoch) 2021. Falls eine virtuelle Alternative erforderlich wird, wollen wir den Zeitraum beibehalten.

Schließlich ist nächstes Jahr in Salzburg ein Kongress zum Thema Prozessmonitoring und –feedback mit Vorträgen und Workshops aus Praxis und Forschung geplant. Veranstalter: Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg.
Ort: Salzburg. Termin: 30. September und 1. Oktober 2021.

Anfang 2021 soll eine Befragung von Therapeuten/-innen und Klienten/-innen zur Nutzung des SNS und zu den wahrgenommenen Effekten stattfinden. Die Befragung (per mail) wird von Yvonne Hülsner im Rahmen ihrer Dissertation an der LMU München durchgeführt. Wir bitten jetzt schon um rege Beteiligung.

In den nächsten Monaten wird es einen Newsletter zu Aktivitäten und Entwicklungen im Rahmen des SNS geben.

Günter Schiepek und Rieke Oelkers-Ax

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Author
Günter Schiepek

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